Polynesische Tattoos auf den Kanaren? Triff Roberto Gemori!

Kunst und Kultur

Die Geschichte von Teneriffa, dem Hawaii Europas und einem Bewahrer polynesischer Kunst

Ein Archipel, geformt von der Kraft der Vulkane. Meterhohe Wellen, die sich vor schroffen Küsten brechen und das Herz eines jeden Surfers höher schlagen lassen. Paradiesische Landschaften, deren Vielfalt von exotischem Grün bis hin zur kargen, vulkanischen Wüste reicht. Es gibt viele Gründe, warum Teneriffa unter Kennern den Spitznamen „das Hawaii Europas“ trägt. Einen weiteren Grund liefert Roberto Gemori.

Der 45-jährige Italiener zog vor fünf Jahren auf die Insel, um seine drei Kinder fernab von der Hektik und dem wechselhaften Wetter Italiens groß zu ziehen. Dabei hatte er etwas in seinem Gepäck, dass man selten findet: das Wissen um eine Jahrhunderte alte Kultur und Kunst, die bis heute Menschen überall auf der Welt fasziniert. Roberto ist Experte für polynesische Tattoos.

Was im ersten Moment für Erstaunen sorgt, wirkt noch beeindruckender, umso länger man es durchdenkt. Als Italiener und ohne familiären Bezug zu Polynesien nimmt er in der Welt der hochgeschätzten, heiligen Tradition der polynesischen Tattoos eine wichtige Stellung ein. Sogar Einheimische danken ihm dafür, ihnen die Geschichte und Bedeutung der Tattoos als fundamentaler Teil ihrer Kultur näher zu bringen.

Schon 20 Jahre seines Lebens verbrachte Roberto damit, jedes noch so kleinste überlieferte Fragment rund um die bedeutungsvolle Form des Körperschmucks zu studieren. Eine Meisterleistung, bedenkt man die Existenz verschiedener Stilrichtungen sowie die teilweise nur lückenhafte

Überlieferung der Praktiken. Kolonialmächte unterdrückten in Vergangenheit die Tattoo-Kunst in vielen Teilen Polynesiens, idealistische Einzelkämpfer wie Roberto halten sie heute am Leben.

Die Gründe für seine Faszination sind ebenso vielfältig, wie die polynesischen Tattoos selbst. Betrachtet man die Zeichnungen, so sieht man nicht einfach nur ästhetisch ansprechende Natursymbole wie Schildkröten oder geometrische Formen. Durch die Kombination verschiedener Figuren werden Botschaften, mitunter sogar komplette Geschichten ausgedrückt. Mittelpunkt sind dabei häufig essentielle Elemente wie beispielsweise der Kontrast zwischen Hell und Dunkel 

(sprich Leben und Tod, Vergangenheit und Gegenwart bzw. Zukunft oder Gut und Böse). Im ursprünglichen Sinne verleihen die polynesischen Tattoos dem Träger Status, Schutz und Zugehörigkeit. Die Moderne schätzt sie als außergewöhnliche und optisch sehr ansprechende Form, wichtige Botschaften als Körperschmuck zu verewigen.

Noch faszinierender ist allerdings, wie sehr Robertos Augen strahlen, wenn er über polynesische Tattoos spricht. Er hatte das Glück, seine Passion zu seiner Profession zu wandeln. Davon zeugen von ihm geschriebene Bücher zur Theorie und Praxis der polynesischen Tattookunst.

Das Neueste davon ist gerade erst im November diesen Jahres erscheinen. Seine Hauptbeschäftigung ist allerdings das Erstellen individueller Tattoo-Designs.

Möchtest du deinen Körper mit einem polynesischen Motiv verzieren und sichergehen, dass es auch wirklich die Bedeutung ausdrückt, die du dir wünschst, so kannst du ihn über seine Webseite TattooTribes.com kontaktieren. Alles was Roberto benötigt, ist ein kurzer Text darüber, wie du dir das Tattoo vorstellst. So kannst du beim Schreiben deine Idee reflektieren – und Roberto beim Lesen auch. Sein Wissen, seine jahrelange Erfahrung, sein Zeichentalent, ein Bleistift und die Inspiration bei einem Spaziergang an den Stränden Teneriffas übernehmen den Rest. Wo sonst findet sich schließlich bessere Energie zum Erschaffen polynesischer Tattoos, als in einer wilden, schönen Natur, die ihrer Heimat sehr ähnlich ist.    

Einmal in die digitale Form übertragen, kannst du mit dem polynesischen Tattoo zum Tätowierer deiner Wahl gehen und es umsetzen lassen. Oder es als besonderes Element in deiner Wohnungsdekoration aufnehmen. Oder eine dir ganz eigene Art der Verwendung finden.  

Roberto hat diesen Schritt selbst noch nicht gemacht. Obwohl er sie schon seit über 20 Jahren täglich vor Augen hat, ziert kein polynesisches Tattoo seine Haut. Der Grund? Obwohl er täglich Geschichten in Form der kunstvollen Zeichnungen für andere wiedergibt, konnte er sein ganz eigenes Motiv für lange Zeit nicht sehen.

Bis er sich vor einigen Monaten selbst im Traum mit ihnen sah. So wird auch Roberto bald zu den stolzen Trägern einer Körperkunst gehören, die die Natur und die Wurzeln der Menschheit ehrt und dadurch vielleicht sogar einen noch größeren Bezug zu den makaronesischen Inseln hat, als es im ersten Moment scheint.

So kontaktierst du Roberto:

website

Instagram
Facebook

Die Redaktion von Maka hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, Roberto um einen ganz individuellen Entwurf für unser Team zu bitten. Das Ergebnis siehst du hier:

TIKI: Schutz
MARQUESAN CROSS (MARQUESAN-KREUZ): Harmonie
KAMEHAMEHA PATH (KAMEHAMEHA PFAD): Ein schwieriger Pfad, der zum Erfolg führt
SUN (SONNE): Erfolg, Stabilität
BIRD (VOGEL): Große Perspektive, Reisen
BRAID (BAND): Einigkeit
ETUA: Das Göttliche
IPU: Mana (Stärke, Autorität)
SHARK TOOTH (HAIZAHN): Kraft und Schutz
FISHES (FISCHE): Wohlstand
SPEARHEAD (SPEERSPITZE): Kämpfer, Stärke, Mut

Interview Diego Lorenzoni Star guide for Maka magazine

Eine Tour zu den Sternen

Entdecke den einmaligen Sternhimmel über Teneriffa mit dem Sternführer Diego Lorenzoni

Alto de Guamaso

Ein spektakulärer Einblick in die gewaltige Schönheit der Natur im Teide Nationalpark.

Polynesische Tattoos auf den Kanaren? Triff Roberto Gemori!

Die Geschichte von Teneriffa, dem Hawaii Europas und dem Beschützer der polynesischen Kunst

Majanicho – Ein verstecktes Juwel auf Fuerteventura

Das Dorf Majanicho auf Fuerteventura bezaubert mit seinem Charme. Ein Weg durch eine Mondlandschaft mit Ziegen führt dich hier in eine andere Welt.

Mir hat ein Vögelchen gezwitschert…

Nach seiner Laufbahn als Bibliothekar und Grafikdesigner öffnete Rafa vor drei Jahren seine Siebdruck-Werkstatt in El Médano.
Ol-tom artesanal wooden surfboard in Tenerife

Der Schreiner der Wellen

Wir tauchen ab in die Welt des Surfens und der Wale, gemeinsam mit Ol'Tom, einem italienischen Architekten, der auf Teneriffa in Handarbeit Surf- und Skateboards entwirft und fertigt

Tipos en su tinta

Auf der Suche nach Perfektion in der Unvollkommenheit. Wir alle haben schon einmal von Gutenberg und der Erfindung des Buchdrucks gehört...
DAILOS CORREA, A PHOENIX OF FASHION FROM LA GOMERA

Dailos Correa, ein Phönix der Mode von La Gomera

Ein Millennial, der zugleich Fashion Influencer ist

Der Zauberwald

Der Naturpark in Anaga, ein antiker Wald, der schon seit 40 Millionen Jahren existiert